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Studie: Mehr Frauen fahren Auto, aber weniger junge Leute

© Adam Gregor - Fotolia.com

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Das Klischee vom fahrenden Mann und der weiblichen Beifahrerin ist längst überholt. Es könnte jedoch sein, dass es irgendwann mehr fahrende Frauen als Männer gibt.

Zahl der jungen Autobesitzer sinkt 

Die Damenwelt wird eine immer interessantere Zielgruppe für die Automobilkonzerne, die sich mehr und mehr den Anforderungen der weiblichen Autofahrer öffnen und anpassen. Auch ältere Menschen werden immer mehr als eigene Zielgruppe mit besonderen Wünschen und Ansprüchen entdeckt. Durch die demographische Struktur werden die alten Menschen einen immer größeren Anteil der Bevölkerung ausmachen. Dagegen sinkt die Zahl der jungen Leute mit Auto. Nun versucht die Autoindustrie, diese Zielgruppe zurückzugewinnen. Nur noch ein Viertel der unter 30-jährigen besitzt ein eigenes Auto und nutzt dieses noch weniger als in der Vergangenheit. Schwierig zu sagen, was man auf dem Fahrzeugmarkt empfehlen kann, denn für viele junge Menschen ist das Auto längst kein Statussymbol mehr. Ob Kombi oder Kleinwagen: teure Laptops, Smartphones oder exquisite Reisedestinationen sind für viele Automobilhersteller zu lästigen Konsum-Konkurrenten geworden.

Weniger männliche Autobesitzer

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) veröffentlichte kürzlich eine Studie über den Automarkt, die zu diesen Ergebnissen kommt: Vor zehn Jahren waren von 1000 Frauen im Schnitt 280 im Besitz eines Autos, mittlerweile sind es 400. Unter Männern besitzen zwar immer noch 71,5 % ein Pkw, doch ihre Zahl schrumpft. Da Frauen ihre Mobilitätsgewohnheiten nicht verändern, werden sich die Geschlechter in diesem Punkt immer mehr angleichen.

Frauen kaufen pragmatischer

Erste Experten wie Ferdinand Dudenhöfer vom CAR (Center Automotive Research) der Uni Duisburg-Essen sehen schon eine gefährliche Lücke in der Marketingstrategie und der Modellpalette der Hersteller. Zwar werden Frauen wirtschaftlich immer eigenständiger, ihr Anteil an den Neuwagenkäufen ist jedoch noch immer vergleichsweise gering. Dies sei jedoch laut einer CAR-Studie eine Folge der Marken- und Modellpolitik der Hersteller, die für Frauen nicht attraktiv genug sei. Doris Kortus-Schulte von der Mönchengladbacher Universität geht allerdings schon von einem Trend innerhalb der Autobranche aus, sich den Frauen immer mehr anzupassen. Sie ist Leiterin des Kompetenzzentrums Frau und Auto (KFA) und spricht von einer Anpassung der Hersteller, Autohäuser und Werkstätten an die neue Situation in den vergangenen fünf Jahren.
Es gibt geschlechtsspezifische Wünsche beim Kauf eines Neuwagens. Frauen achten vor allem auf den Verbrauch, laut Studie, weil sie oft den Kraftstoff aus der Haushaltskasse bezahlen müssen. Außerdem schätzen sie die Alltagsfunktionalität des Fahrzeugs.

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