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Sensor-Assistenz für den Kleinwagen

Wildes Gefluche, Schweißausbrüche, Muskelkater und Blasen vom ständigen Kurbeln am Lenkrad.Unwirsches Gehupe, frauenfeindliche Bemerkungen und zerschrammte Kotflügel. Aber auch der leise Stolz des Fahrers, wenn er die Karosse beim ersten Versuch in eine Parklücke manövriert hat, die eigentlich so aussah, als ob noch nicht einmal das Dreirad des nervigen Sohns der hübschen Nachbarin dort hineingepasst hätte. All dies droht in Zukunft zu verschwinden. Gott sei Dank, sagen die einen, denen rückwärts einparken stets ein Graus war, schon wieder ein Verlust der menschlichen Eigenständigkeit zu Gunsten einer Maschine sagen die anderen.
Das Fraunhofer Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM) in Berlin, der italienische Autobauer FIAT und der Chiphersteller ST Microelectronics versuchen im Rahmen des EU Projekts „Adose“ die Kultur des Einparkens zu revolutionieren. Die Forscher möchten einen Sensorsytem entwickeln, das so preisgünstig ist, dass es künftig serienmäßig in Kleinwagen eingebaut werden kann. Sensorsysteme die das Einparken erleichtern existieren schon seit längerer Zeit, jedoch sind sie technisch noch so aufwendig gestaltet, dass sie nur in teuren Autos installiert werden.
Vor allem die Lichtverhältnisse stellen die Entwickler jedoch vor Probleme.

Nebel und Dämmerung besitzen optisch identische Spektren und können von den künstlichen Augen deswegen nur sehr schwer voneinander unterschieden werden. “Deshalb sendet das System per Infrarot-LED Lichtwellen aus, die bei Nebel zurückgestreut werden, nicht aber bei Dämmerlicht”, erklärt IZM Projektleiter Henning Schröder. Die Forscher hoffen das Problem so zu lösen. Zur Zeit testet Fiat die Technologie in seinem „Centro Ricerche“. Die Italiener erhoffen sich durch die neue Technologie einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil gegenüber der harten Konkurrenz aus dem übrigen Europa und Asien. Wann die ersten Kleinfahrzeuge mit einem neuartigem Einparksystem auf den Markt kommen, ist allerdings noch unklar.

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