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Die Geschichte der Kultmarke Simson

Die Schwalbe ist Kult - Foto von: © dieter76 - Fotolia.com

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Die Marke Simson ist nicht nur bei Ostdeutschen bekannt und beliebt. Insgesamt wurden immerhin mehr als eine Million Roller der Marke verkauft. Auch heute sieht man noch das ein oder andere Modell auf den Straßen herumfahren. Eine Erfolgsstory dessen Geschichte weit zurück reicht.

Gegründet im 19. Jahrhundert

Die Firma „Simson und Co“ wurde bereits 1856 in Suhl durch die Brüder Löb und Moses Simson gegründet. In ihrer Firma produzierten sie aber nicht etwa Motorroller, sondern Jagd- und Militärwaffen. Im „Versailler Vertrag“ wurde die Firma dann zum „alleinigen Maschinen-Gewehr-Hersteller“ der Wehrmacht ernannt und profitierte folglich davon. Die Weltwirtschaftskrise überstand die Firma gut. Schon 1918 verfügte Simson über 3500 Beschäftigte. Später produzierte die Firma auch Autos und Fahrräder.
Die Nazi-Herrschaft brachte das Aus, denn 1935 wurde die jüdische Familie enteignet und floh in die USA.
Nach dem zweiten Weltkrieg erhielt die Firma eine Ausgleichszahlung und bekam damit zumindest einen Teil des verloreneren Wertes zurück.

Die Schwalbe, der DDR-Roller

„Simson“ wurde durch ein DDR-Kombinat übernommen und bezüglich der Produktionspalette ordentlich umgekrempelt. Ab 1964 wurde dort der Motorroller Schwalbe hergestellt. Schließlich sollte der Betrieb 1990 privatisiert werden und die Familie rechnete damit, dass nun die Erben übernehmen könnten. Geplant war, dass die Produktion wieder auf Sport- und Jagdwaffen umgestellt werden sollte, welche man in den USA verkaufen wollte. Neben den ursprünglichen Eigentüren gab es jedoch noch andere Bewerber, welche tatsächlich am Ende das Rennen machten. Die Familie Simson erhielt den Zuschlag nicht, denn das Angebot der Konkurrenten wäre besser gewesen.
Die Erbengemeinschaft erhielt jedoch zumindest eine Ausgleichszahlung aus der Treuhandkasse. Mit der Marke Simson jedoch ging es weiter bergab. Die Waffensparte ging 1993 insolvent. Zehn Jahre später ereilte die Fahrzeugsparte ein ähnliches Schicksal. Sie wurde aufgelöst.

Gleichwenn es die Firma heute nicht mehr gibt, so hat sie doch etwas Bleibendes hinterlassen. Auch die Erbengemeinschaft ist stolz darauf, dass sich heute noch so viele Menschen an Simson erinnern und sogar noch ein paar funktionstüchtige „Schwalben“ unterwegs sind.

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